Klimaschutz

Klimabilanz im Blick
Fernwärmeanteil vergrößern

Im Jahr 2021 haben wir unsere ambitionierte Klimastrategie verabschiedet. Wir verfolgen das Ziel, bis zum Jahr 2040 die CO2-Emissionen auf 6.000 t im Jahr zu reduzieren. Das entspricht fünf Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Im Vergleich zum Jahr 2021 bedeutet das eine Reduktion der CO2-Emissionen um mehr als 60 %.

Unsere Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität dokumentieren wir und erstellen dazu regelmäßig Treibhausgasbilanzen. Diese enthalten die direkt oder indirekt aus unseren Geschäftsaktivitäten entstehenden CO2-Emissionen. Laut unserer Treibhausgasbilanz für das Jahr 2021 entfielen 86,1 % der Emissionen auf die Vermietung von Wohnungen, 12,5 % auf die Vermietung von Gewerbeflächen sowie 1,3 % auf unsere Verwaltungsgebäude und den Fuhrpark. Unsere  klimabereinigten Gesamt-Emissionen betrugen 19.203 t CO2 in Scope 1, 2 und 3.

Die Einteilung in Scopes orientiert sich an internationalen Standards für die Berichterstattung von Unternehmen über ihre Treibhausgasemissionen. Dabei steht Scope 1 für die  direkten Emissionen des Unternehmens. Scope 2 steht für die indirekten Emissionen aus der Beschaffung leitungsgebundener Energie, wie etwa Fernwärme und Strom. Scope 3 erfasst die in der Wertschöpfungskette vor- und nachgelagerten Emissionen, zum Beispiel für die Produktion von Baumaterialien.

 

 

 

Basierend auf den Gesamtemissionen in Scope 1, 2 und 3 (klimabereinigte Werte)

Die absoluten CO2-Emissionen unseres Wohnungsbestands betrugen im Jahr 2021 14.087 t (Scope 1 und 2, klimabereinigt). 57,2 % dieser Emissionen resultierten aus der Verbrennung von Erdgas, 36,5 % aus der Nutzung von Fernwärme und 6,3 % aus sonstigen Energieträgern (Kohle, Strom für Wärmepumpen und Heizöl).

In Bezug auf die Nutzung der unterschiedlichen Energieträger war die Fernwärme mit 59,1 % am bedeutendsten, gefolgt von Erdgas (35,8 %) und sonstigen Energieträgern (ca. 5,1 %).

Im Vergleich zu den Vorjahren ist die CO2-Intensität unseres Wohnungsbestands im Jahr 2021 mit 15,4 kg CO2/m²a beziehungsweise klimabereinigt 16,5 kg CO2 / m²a Wohnfläche nahezu konstant geblieben. So betrug der Endenergieverbrauch pro m² Wohnfläche 120,9 kWh pro Jahr beziehungsweise klimabereinigt 130,6 kWh pro Jahr.

Bedingt durch methodische Anpassungen in der Klimabilanzierung kam es 2021 zu einer leichten Erhöhung der relativen Emissionswerte. Absolut sind die Emissionen im Vergleich zu den beiden Vorjahren leicht gesunken.

 

CO₂-Emissionen Wohnungsbestand (Scope 1 und 2)

klimabereinigte Werte in kg CO₂äq./m² a

16.1
2019
16.3
2020
16.5
2021

CO₂-Emissionen Wohnungsbestand (Scope 1 und 2)

klimabereinigte Werte in t CO₂äq.

14496
2019
14810
2020
14087
2021

Im Vergleich zu anderen Unternehmen der deutschen Wohnungswirtschaft befinden wir uns beim Klimaschutz in einer guten Ausgangsposition: Wir haben schon rund 71 % unserer Wohnungen an die relativ emissionsarme Fernwärme der Stadtwerke Karlsruhe angeschlossen. Durch diese Fernwärme-Nutzung sparen wir gegenüber der Verbrennung von Erdgas, Heizöl oder Kohle eine Menge CO2 ein.

Bauprogramm angepasst
Expert:innen-Team gegründet

Durch unsere geplanten Modernisierungsvorhaben streben wir nun eine schnellstmögliche Umstellung der rund 29 % noch mit fossilen Brennstoffen versorgten Wohnungen auf Fernwärme oder andere emissionsarme Energieträger an. So wollen wir unser anspruchsvolles Klimaziel erreichen. Unser Bauprogramm für die kommenden Jahre haben wir dementsprechend angepasst. Wo es erforderlich ist, setzen wir an den Gebäuden auch direkt Maßnahmen zur energetischen Sanierung der Gebäudehülle um. Dazu zählen zum Beispiel der Einbau von Fenstern mit Wärmeschutzverglasung, die Dämmung von Kellerdecken, die Dämmung von Decken der obersten Geschosse, der Fassade oder des Dachs.

Im Jahr 2021 haben wir das Team „Energetische Sanierung“ gegründet. Diese Expert:innen im Haus treiben sowohl die Dekarbonisierung der Heizungstechnik als auch die energetische Sanierung des Gebäudebestands voran.

In unserem Bauprogramm für die nächsten Jahre sind 63 Wirtschaftseinheiten mit einer Fläche von insgesamt rund 93.000 m² sowie 1.355 Wohneinheiten als Dekarbonisierungsprojekte enthalten. Diese Wirtschaftseinheiten haben eine überdurchschnittlich hohe CO2– und Energieintensität und sind zusammen für rund ein Fünftel der CO2-Emissionen unseres gesamten Gebäudebestands verantwortlich. Hier tätig zu werden, ist also besonders wichtig.

Für das Dekarbonisierungsprogramm in seiner Gesamtheit (63 Wirtschaftseinheiten) erwarten wir folgende positive Effekte:

  • 75 % weniger in t CO₂-Emission
  • Reduktion des Endenergieverbrauchs um ein Drittel
  • Senkung der durchschnittlichen CO₂-Intensität von 32 kg CO₂ pro m²a auf 8,3 kg CO₂ pro m²a. Damit sind wir nahe am Ziel der Klimastrategie von 5 kg CO₂ pro m²a
  • Verbesserungen in den Energieeffizienzklassen

Wir wollen außerdem durch kostengünstige Maßnahmen die Energieeffizienz steigern und die Heizungskeller digitalisieren. Unsere Mieterschaft wollen wir stärker für das Thema sensibilisieren und mit diesen Bausteinen auf dem Weg zur Klimaneutralität ein gutes Stück vorankommen.

Seit Anfang 2022 haben sich die Bedingungen für die Durchführung von Neubau- und Sanierungsprojekten durch die stark gestiegenen Zinsen, die Umbrüche in der Förderlandschaft, die Verknappung von Handwerkerkapazitäten sowie die stark gestiegenen Bau- und Energiekosten dramatisch verschlechtert. Das wirkt sich auch negativ auf unsere Bautätigkeit aus. In der Folge verschärft sich durch diese Herausforderungen auch der ohnehin bereits vorhandene Zielkonflikt zwischen dem Klimaschutz und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Gemeinsam stärker:
Klimaneutralitätsnetzwerk Karlsruhe

Im letzten Umweltbericht haben wir bereits über unsere Mitgliedschaft in der Initiative Wohnen.2050 berichtet. Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss engagierter Wohnungsbauunternehmen, die durch den engen Austausch gegenseitig von ihrem Know-How profitieren und gemeinsam an Lösungen und Finanzierungsstrategien arbeiten, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

Seit April 2022 sind wir nun auch Partnerin des Klimaneutralitätsnetzwerks (KNN) der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK). Ziel ist es, uns mit anderen Unternehmen der Region zum Thema Klimaneutralität auszutauschen und gemeinsam geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Koordiniert wird das Netzwerk vom Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IRESS) aus Karlsruhe.

Interview Catrice Christ, IREES

Wir haben Catrice Christ vom IREES einige Fragen zu den Zielen und den wichtigsten Themen des Netzwerks gestellt. Catrice Christ leitet bei IREES das Geschäftsfeld Sozialwissenschaftliche Evaluation.

Hier geht's zum Interview
Durch Wissensmanagement
intern Kompetenzen stärken

Um den Kompetenzaufbau zu Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsthemen zu fördern, haben wir ein internes Wissensmanagement aufgebaut. Unser Ziel ist es, den Mitarbeitenden ein einheitliches Verständnis zu grundlegenden Nachhaltigkeitsbegriffen zu vermitteln. Wir wollen Verständnis für Entscheidungen oder Vorgehensweisen schaffen, konstruktive Diskussionen anregen und die Mitarbeitenden zu nachhaltigen Entscheidungen befähigen.

Dazu erstellen wir seit 2022 ein Nachhaltigkeits-ABC, das das Begriffsverständnis zu grundlegenden Nachhaltigkeitsthemen schärfen soll. Zusätzlich wird regelmäßig ein „Nachhaltigkeitsbegriff des Monats“ im Intranet veröffentlicht.

 

Exkurs:
Erfassung unserer Emissionen in Scope 3

Die Reduktion der sogenannten Scope 1- und 2-Emissionen, also des Treibhausgas-Ausstoßes (THG), der durch den Betrieb der Gebäude verursacht wird, ist aktuell der Hauptfokus der Wohnungswirtschaft. Die in unserer Wertschöpfungskette vor- und nachgelagerten THG-Emissionen (Scope 3) werden bisher nicht in ähnlich systematischer Weise gemessen und gesteuert. Da die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette zukünftig für Nachhaltigkeitsmanagement und Berichterstattung aber immer wichtiger wird, haben wir begonnen, die CO2-Emissionen für einige der Scope 3-Kategorien zu erfassen und teilweise auch zu kompensieren.

  • Pendeln der Mitarbeitenden: Für das Jahr 2022 haben wir erstmal mit Hilfe eines Fragebogens die Emissionen erfasst, die durch das Pendeln der Belegschaft entstanden sind. Die so ermittelten 193 t CO2 wurden durch Zertifikate der KEK kompensiert
  • Unsere Dienstreisen in den Jahren 2021 und 2022 waren emissionsarm, denn wir nutzen den ÖPNV und Fernverkehrszüge
  • Die in der Wertschöpfungskette vorgelagerten brennstoff- und energiebezogenen CO2-Emissionen betrugen im Jahr 2021 2.965 t

Im nächsten Schritt wollen wir  die CO2-Emissionen für die Herstellung von Baumaterialien erheben, die in unseren Bauprojekten eingesetzt werden (graue Energie bzw. Emissionen).

In Anlehnung an Greenhouse Gas Protocol „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard"