"Vor allem die alten Bäume bieten vielen Tieren einen Lebensraum."

Interview mit Frank Steuber, unserem Teamleiter Wohnumfeld-Service

Uns gehört in Karlsruhe eine Fläche von etwa 197 ha, das entspricht einer Fläche von 276 Fußballfeldern. Neben 92 ha Außenanlagen und 8 ha Wald sind in unseren Quartieren auch viele Flächen durch Gebäude, Wege und Abstellflächen für PKW und Fahrräder belegt. Dennoch sind knapp 70 % unserer Flächen nicht versiegelt, was eine lokale Versickerung des Regens möglich macht. „Das ist vor allem in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden“, sagt Frank Steuber, Teamleiter Wohnumfeld-Service. Mit ihm haben wir über das Thema Biodiversität gesprochen. Nach den Hitzesommern 2018 und 2019 seien sehr viele Buchen gestorben.

Wir haben hier, wie in vielen Gebieten Süddeutschlands, einen sehr starken Wechsel der Baumarten: Früher hatten wir viele Birken, das sind Flachwurzler, die jetzt leider größtenteils abgestorben sind, weil es ihnen zu trocken wurde.

 

Karlsruhe gehört bereits jetzt zu den wärmsten Städten Deutschlands. In den kommenden Jahren werden hier durch die Klimaerwärmung zunehmend heimische Baumarten verdrängt werden.

„In den heißen Sommermonaten können wir gar nicht so viel gießen, wie die jungen Bäume wieder verdunsten“, erklärt Steuber. Umso wichtiger sei es, hitzeresistentere Baumarten wie etwa Feldahorn, Amberbaum, Hopfenbuche oder die Esskastanie neu anzupflanzen. „Im Rahmen unseres Jubiläumsprojektes „100 Jahre – 100 Bäume“ haben wir 2022 über 100 neue Bäume gepflanzt.“

 

Bäume bieten Verschattung und damit im Sommer Erholungsplätze. „Laut der letzten Zufriedenheitsbefragung unserer Mieterschaft finden 91 % unserer Mieter:innen die Aussicht ins Grüne wichtig, fast 70 % sind mit dem Gesamtbild des Wohnumfelds zufrieden. Das gibt unseren Bemühungen, die Quartiere grün zu halten, recht. Außerdem geben Bäume Feuchtigkeit ab, was kühlend auf die Umwelt wirkt.“

Auf unseren Grünflächen wachsen etwa 11.000 Bäume. Neben den positiven Auswirkungen auf das Stadtklima fördern sie auch die Biodiversität. „Vor allem die alten Bäume bieten vielen Tieren Lebensräume“, betont Steuber. Lebensraum, der in der heutigen Kulturlandschaft mit ihren intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen gefährdet ist. Deshalb ist es für uns eine positive Herausforderung, die städtischen Biotope gezielt zu fördern.

Einer unserer Beiträge zur Biodiversität sind Blühwiesen. Dabei handelt es sich um ausgewählte Wiesenflächen in unserem Bestand, die wir nur 2x pro Jahr mähen. „Die Blühwiesen sind dadurch wesentlich widerstandfähiger gegen Trockenheit, werden nach Dürrephasen wieder schneller grün und bieten Insekten wieder Lebensraum“, so der Teamleiter Wohnumfeld-Service.

 

Ein Großteil unsere Dachflächen, 3,9 ha, sind inzwischen mit extensiver Bepflanzung begrünt. Wir versehen die Dächer mit einer Mischung an Sedumsprossen, die nicht nur insektenfreundlich, sondern auch farblich abwechslungsreich ist. „Diese Dachbegrünungen schützen die Dachfläche zusätzlich vor großen Temperatursprüngen, Verwitterung und sie halten Regenwasser zurück.“