Vorwort Stefan Storz
Geschäftsführer
An einem Donnerstag im Oktober stehe ich in Daxlanden zwischen zwei autofreien Innenhöfen. Um mich herum: sieben Gebäude, 357 Wohnungen, eine Kindertagesstätte, in der seit diesem Sommer 86 Kinder betreut werden, eine Tagespflege, ein Servicebüro, ein entstehendes Café. Fünf Jahre nach dem ersten Spatenstich ist das August-Klingler-Areal fertig; eines der größten Bauprojekte unserer jüngeren Geschichte. Was hier entstanden ist, ist mehr als Wohnraum. Es ist ein Stück Stadt.
Wir haben eingelöst, was wir angekündigt hatten: 2025 war unser Jahr der Fertigstellungen.
Jede achte Mietwohnung in Karlsruhe gehört der Volkswohnung. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Entscheidung, die diese Stadt seit über 100 Jahren immer wieder trifft: dass Wohnen keine Ware wie jede andere ist und dass eine wachsende Stadt ein Unternehmen braucht, das baut, wenn andere zögern, und Mieten stabil hält, wenn der Markt sie treibt.
2025 hat gezeigt, was diese Entscheidung wert ist. Denn wir haben eingelöst, was wir angekündigt hatten: 2025 war unser Jahr der Fertigstellungen. 453 neue Mietwohnungen und 108 Eigentumswohnungen haben wir im Karlsruher Stadtgebiet und in Stutensee fertiggestellt. Neben dem August-Klingler-Areal haben wir im Frühjahr die letzten der 152 Wohnungen im Wohnpark Mittendrin in Stutensee-Blankenloch übergeben, und am Staudenplatz im Rintheimer Feld zogen die ersten Mietenden in insgesamt 106 neue Wohnungen ein.
Bezahlbarkeit bleibt dabei unser Maßstab. Die Durchschnittsmiete in unserem Bestand liegt mit 7,53 € (Nettokaltmiete pro m²) knapp 22 % unter dem mittleren Mietspiegelwert. Rund 80 % unserer 14.229 Wohnungen sind KdU-fähig, 22,5 % mietpreisgebunden und stehen damit explizit Menschen mit geringerem Einkommen zur Verfügung. Bauen und Bezahlbarkeit: beides zusammen gelingt nur, wenn Wirtschaftlichkeit kein Selbstzweck ist, sondern Mittel zum Zweck.
Mit dem Abschluss der großen Neubauprojekte fokussieren wir uns mehr denn je auf unseren Bestand. In der zweiten Jahreshälfte 2025 haben wir Modernisierungen von mehr als 300 Wohnungen in der Weststadt, der Oststadt und in Durlach begonnen. Denn Verantwortung für bezahlbares Wohnen zeigt sich auch darin, wie wir 660 Wohngebäude instand halten, energetisch ertüchtigen und lebenswert gestalten. Damit sichern wir Wohnqualität, Wirtschaftlichkeit und unseren Zielpfad beim Klimaschutz gleichermaßen.
Und weil Quartiere von Menschen leben, nicht von Gebäuden, haben wir unsere soziale Quartiersarbeit mit der AWO Karlsruhe auf einen weiteren Stadtteil, Mühlburg, ausgeweitet. Nachbarschaft braucht Kümmerer, gerade dort, wo viele Menschen neu zusammenkommen.
Die Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll, daran wird auch 2026 nichts ändern. Aber wer jede achte Mietwohnung einer Stadt verantwortet, kann sich Konjunkturpessimismus nicht leisten. Wir treiben die Modernisierung und energetische Sanierung unseres Bestands voran und bleiben, was wir seit jeher sind: verlässlich.
Dass diese Entscheidung der Stadt Tag für Tag eingelöst wird, ist die Leistung unserer rund 300 Mitarbeiter:innen. Ihnen gilt mein persönlicher Dank. Ebenso danke ich dem Aufsichtsrat und seinem Vorsitzenden sowie der Stadt Karlsruhe, unserer Gesellschafterin, für ihr Vertrauen.
Ihr
Stefan Storz
Geschäftsführer